Die Spieleindustrie im Zusammenhang mit der (werbefinanzierten) Medienwirtschaft
geschrieben von
am
17. Februar 2009
Kategorie:
Basics, Pressespiegel über IGA
Vom deutschen Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) wurden am 12. Februar 2009 aktuelle Marktzahlen veröffentlicht. Bis auf PC-Spiele wurden in allen Kategorien Umsatzzuwächse verzeichnet. Und man erwartet auch 2009 leichte Steigerungen.
Dem stehen in der Branche Entlassungen von Personal und Expansionskorrekturen nach unten gegenüber. Obwohl nicht allzu lange her, erleben wir in der Spielebranche eine ähnliche Entwicklung wie vor 10-12 Jahren im Umfeld der geplatzten Internet-Blase. Ob diese Wiederholung zu verhindern gewesen wäre? Zumindest waren im Gegensatz zu jenen der Medienwirtschaft die Voraussetzungen für die Spieleindustrie besser eine wirtschaftlich-nachhaltigere Strategie mit digitalen Content umzusetzen. Aber weder Werbung in Spielen noch die mediale Verwertung der Inhalte ist in den Strategiepapieren scheinbar ein Thema. Enttäuschend ist der Output in klassischen Medien. Nun stellt auch GIGA TV den Betrieb ein (Story). In der gesamten Kommunikationsbranche inkl. der Werbewirtschaft scheint es hier an Weitblick zu fehlen. Denn das Spiel ist einer der wichtigsten Treiber und oftmals die Basis für die Vielfalt in der Kommunikation. Dementsprechend lassen sich auch Geschäftsmodelle entwickeln.
Für die Werbung bietet das digitale Spiel ein Umfeld an, dass sich als Träger kommerzieller Kommunikation hervorragend eignet – und eine Verknüpfung mit konservativer Mediaselektion nahe legt:
Die Interactive Software Federation of Europe (ISFE) zeigt in der Studie “Videogamers in Europe – 2008″ auf, dass Spieler den Nutzen von Spielen höher einschätzen als jenen von TV oder sogar Filmen – und zwar im Zusammenhang mit “machen Spaß”, “regen Phantasie an” und “regen zum Denken an”. Ein bemerkenswertes Umfeld für Werbung.
Werbung in digitalen Spielen ist also nicht singulär zu betrachten, sondern im Zusammenhang der Entwicklung der Medien im Allgemeinen. Dementsprechend skeptisch sind auch die Bemühungen der Vermarkter von In Game Advertising zu betrachten. Aber zu diesem Thema ein anders Mal mehr.
hinterlass einen Kommentar
Du musst eingeloggt sein um einen Kommentar abzugeben.